Behörden kontrollieren sieben Problemimmobilien
3. April 2025 – Brandschutzmängel, Müll und eine fehlende Heizung: Unter Leitung der Dienststelle Ordnungsbehördliche Aufgaben der Stadt Hagen haben die städtische Wohnungsaufsicht, die Gewerbeaufsicht, die Bauordnung, das Umweltamt, die Feuerwehr Hagen, die Polizei Hagen, das Jobcenter, der Zoll sowie Enervie am vergangenen Dienstag, 1. April, eine gemeinsame Kontrollaktion in sieben Problemimmobilien in Wehringhausen, Haspe und der Mittelstadt durchgeführt.
Von den 156 gemeldeten Personen konnten die Behörden 103 vor Ort überprüfen. Zwölf angetroffene Bewohnerinnen und Bewohner waren nicht gemeldet. Ebenso können 34 Personen, die unter der jeweiligen Anschrift nicht mehr wohnen, von Amts wegen abgemeldet werden. In einer Wohnung haben die Mitarbeitenden drei Schülerinnen und Schüler schlafend angetroffen, bei denen die Mutter angab, sie seien krank. Auf direkte Nachfrage bei den einzelnen Kindern erklärten diese, dass es ihnen gut gehe. Seine Kinder müssten nicht zur Schule gehen, sagte der Vater noch während der Kontrolle aus. Nach einem Kontakt der Behörden mit der Schule stellte sich heraus, dass die Kinder diese nur sehr unregelmäßig besuchen. Der Stadtordnungsdienst brachte die Schülerinnen und Schüler in den Unterricht.
Die Polizei konnte außerdem einen Haftbefehl vollstrecken. Der Zoll hat eine Vielzahl von Dokumenten kontrolliert und einige wegen Auffälligkeiten einer sorgfältigeren Überprüfung mittels Dokumentenprüfkoffer unterzogen. Mit diesem lassen sich Ausweispapiere auf ihre Echtzeit untersuchen. Alle Überprüfungen waren ohne Beanstandungen. Des Weiteren hat der Zoll acht Gewerbe unter die Lupe genommen, sechs davon werden im Nachgang von Amts wegen abgemeldet. Zusätzlich überprüfen die Zollbediensteten bei dem Inhaber eines Restaurants nachträglich unter anderem, ob dieser seiner Pflicht zur Zahlung des gesetzlichen Mindestlohns, seinen Pflichten zur Zahlung und Abführung von Sozialversicherungsbeträgen sowie seinen Meldepflichten ordnungsgemäß nachgekommen ist.
Zahlreiche Bau- und Brandschutzmängel
In vier Immobilien stellten die Mitarbeitenden Baumängel fest. Dazu zählten lose Dachziegel, die zum Teil bereits auf die Straße gefallen waren, ein undichtes Dach, zu schmale Fenster, zu öffnende Fenster ohne Griffe, marode Fußböden und Handläufe sowie stark beschädigte Balkone, die wegen Einsturzgefahr überprüft werden müssen. In sechs Objekten lagen Brandschutzmängel vor, darunter Brandlasten im Treppenraum, vor der Kellertür und auf dem Dachboden, fehlende Rauchwarnmelder sowie problematische oder fehlende zweite Rettungswege.
In einem Gebäude entdeckten die Behörden stellenweise Wanddurchbrüche ohne Abstützung. Drei Personen, die vor Ort mit Renovierungsarbeiten beschäftigt waren, gaben im Rahmen der anschließenden Personenkontrolle an, von dem Hauseigentümer beauftragt worden zu sein. Der Zoll überprüft den Sachverhalt im Nachgang.
Ein Restaurant fiel durch den verwahrlosten Eindruck des Hinterhofes mit Sperrmüll und unhygienische Zustände auch im Bereich der Küche auf.
Wohnungsmängel: Gesamte Immobilie ohne Heizung
Die Mitarbeitenden fanden in insgesamt fünf Immobilien unterschiedliche Wohnungsmängel wie Feuchtigkeitsschäden, eine defekte Haustür, eine defekte Klingelanlage und vermüllte Räume vor. In zwei Objekten gab es einen bereits bekannten Schädlingsbefall. In einem Gebäude war keine Heizung vorhanden. Eine Wohnung ist von einer Mutter mit vier Kindern bewohnt. Aufgrund der ausgefallenen Heizung heizt die Mutter ein Zimmer mit einer Zusatzheizung. Der entsprechende Stecker befindet in einem Mehrfachstecker, der mit zwei Verlängerungskabeln aus einer Steckdose eines anderen Zimmers kommt. Hier wird durch die Wohnungsaufsicht geprüft, ob eine Unterbringungsmöglichkeit für die Familie vorhanden ist.
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